Was bedeutet überhaupt Kinder verwöhnen?

Warum ist das Verwöhnen in der Kindererziehung so verpönt, so negativ besetzt?

Weil die Angst mitschwingt, kleine Terroristen groß zu ziehen?

Aber kann man ein Kind überhaupt verwöhnen? 

Fakt ist: Babys brauchen uns, unsere Nähe, unsere Wärme, unsere Aufmerksamkeit, unsere Liebe. Sie sind von uns abhängig, werden unreif geboren und müssen von uns versorgt werden. Allein können sie nicht überleben.

Hier gibt es kein Verwöhnen. Das Baby äußert seine Bedürfnisse, auch durch weinen und schreien. Es ist seinen Bedürfnissen und Gefühlen hilflos ausgeliefert und benötigt unsere Hilfe, egal ob es um Nahrung, Wärme oder Beruhigung geht.

Babys, die keinen Körperkontakt bekommen, aber sonst versorgt werden, sterben…

Warum ist für uns das Verwöhnen bei Kindern etwas Negatives, während wir bei uns Erwachsenen etwas positives mit dem Begriff bezeichnen, nämlich uns etwas Gutes tun???

Es gibt natürlich ein Zuviel, aber hier geht es eher darum, dass Kinder z.B. aus Angst vor Konflikten oder als Ersatz für Liebe mit Materiellem überversorgt werden. Mit liebevoller Aufmerksamkeit gibt es keine Überversorgung. Auch die Helikoptermutter entspringt der Angst, es könnte etwas passieren. Das ist ja keine liebevolle Aufmerksamkeit.

Verwöhnen heißt für mich, diese liebevolle Zuwendung einfach gern zu geben, und das ist doch etwas positives.

Ich denke, wer sein Kind liebevoll versorgt, der kann nichts falsch machen. Niemand ist perfekt. Kinder groß zu ziehen, sie zu begleiten, ist ein spannendes Abenteuer, schön und anstrengend zugleich… und eine Chance, über sich hinaus zu wachsen!

In diesem Sinne,

alles Liebe,

Tanja.