„Innere Kinder“ liebevoll versorgen

Was sind denn überhaupt Innere Kinder?

kheinz / Pixabay

Der folgende Text gibt Dir Informationen zur Integration von Inneren Kindern. Falls Du Dich im Moment nicht stabil fühlst oder traumatische Erfahrungen bereits bekannt sind, solltest Du dies nicht allein ausprobieren. Suche Dir dafür die nötige Unterstützung. Natürlich stehe ich hier auch gern zur Verfügung.

Innere Kinder sind zuallererst mal Anteile in uns, die da sind, von denen wir aber nichts wissen. Sie entstehen in uns durch einschneidende Erfahrungen in der Kindheit, z.B. Traumata oder auch durch den Umgang anderer Menschen mit uns.

Ein Beispiel:

Einem kleinen Kind wird bei dem Versuch, etwas allein und selbst zu schaffen immer wieder gesagt: Lass das, das kannst Du nicht. Dann entsteht möglicherweise ein Glaubenssatz in uns: Ich kann das nicht, der zu einem kleinen Kind gehört, das ALLES nicht kann. Schnell wird deutlich, dass so ein Satz Quatsch ist. Was soll das denn heißen, ALLES nicht zu können?

Hier geht es aber nicht um Logik. 😉 Da in uns drin ist dann ein kleines Kind, was an der Stelle stehen geblieben ist, wie eingefroren, das sich nichts zutraut. Im Erwachsenenalter taucht das Kind dann vielleicht ab und zu in herausfordernden Situationen auf. Das kann so aussehen, dass ich mich von Anfang an gar nicht traue, Neues auszuprobieren und immer in gewohnten Bahnen bleibe. Oder mich überfällt mitten in einer neuen Erfahrung auf einmal Panik und ich habe Angst, das doch nicht zu schaffen.

Wie können wir diese Inneren Kinder nun finden? Manchmal tauchen Sätze aus der Kindheit auf. Diese können wir dann anschauen, überprüfen und schauen, ob sich dort ein kleines Kind versteckt.

Oder wir schauen uns unser Verhalten an. Charakteristisch für Innere Kinder sind immer sehr starke emotionale Reaktionen.Wann benehme ich mich „wie ein Kind“? 😉 Ich meine jetzt weniger ausgelassene Momente kindlicher Freude. Das ist auch ein innerer Anteil, aber den wollen wir ja behalten, der bereichert uns ja und macht uns glücklich. Das Potential dieses Kindes ist Lebensfreude und Kreativität, ein großer Schatz.

Ich meine Momente der Wut, der Trauer, der Ohnmacht… Vielleicht auch ein trotziger Wutanfall, wie bei einem Kleinkind in der Trotzphase. 🙂  Hier können wir auf die Suche gehen. Wir suchen Reaktionen, die für die einzelne Situation überzogen scheinen. Wann taucht bei mir so ein Verhalten auf? Und was fällt mir dann dazu ein, wenn ich mich mit der Situation beschäftige? An was erinnert mich die Situation? Gibt es hier eine Erinnerung an die Vergangenheit (die angetriggert wird)?

Und dort finden wir dann evtl. ein Inneres Kind. Das Kind kann ganz klein sein, vielleicht aber auch ein Schulkind oder ein Teenager… Wie alt ist das Kind? Vor was hat das Kind Angst? Was ist sein Problem? Was braucht es?

Generell brauchen alle Anteile immer Liebe und Aufmerksamkeit wie alle Kinder, aber vielleicht auch noch eine besondere Geste, Aktivität oder sie wollen vielleicht zum Trost etwas Bestimmtes… In dem Du Dich mit dem Anteil beschäftigst, ihm zuhörst und ihm Aufmerksamkeit gibst, können sich alte Spannungen lösen. Alte angestaute Gefühle werden „endlich“ gesehen und dürfen sich nun auflösen, wenn wir sie liebevoll akzeptieren und sie da sein lassen. Dies alles kann sehr schmerzhaft sein, aber der Schmerz kommt hoch, um gesehen zu werden und sich dann zu lösen. Er war die ganze Zeit da, wir haben ihn nur nicht bewusst bemerkt.

Wir können uns mit unseren inneren Anteilen unterhalten, sie fragen, was sie brauchen und sie von nun an gut versorgen. Das bedeutet, ihre Bedürfnisse zu achten, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken und sie in der Arm zu nehmen.

Häufig ist es so, dass nach einer Zeit des „Versorgens“ das Kind „integriert“ wird. D.h., es ist nicht mehr allein und muss keine Angst mehr haben. Es ist jetzt ein „angenommener“ Teil von Dir und muss sich nicht mehr lauthals bemerkbar machen, um gesehen zu werden. Hier findet dann Heilung statt. Das Kind wurde nachträglich versorgt und der negative Glaubenssatz kann sich auflösen.

Innere Kinder tauchen auf, weil Altes in uns geheilt werden will. Das Auftauchen ist nicht negativ, sondern es geht darum, den Anteil zu integrieren und dadurch freier und gesünder zu werden.

Weitere Infos zum „Inneren Kind“ bei Wikipedia

 

In diesem Sinne,

schönen Sonntag,

Tanja.

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