Mein #Weihnachtsgeschenk für Dich

Eine kleine, wertvolle Geschichte für Dich als Weihnachtsgeschenk!

Unten gibts direkt einen Link zum Download oder Ausdrucken!

Frohe Weihnachten! 😉

 

Der kleine Bär findet etwas sehr Wertvolles

Es war einmal ein kleiner Bär, der wohnte in einer schönen Höhle mitten im Wald. Er hatte einige Freunde, das Eichhörnchen, die Amsel, den Igel und den Fuchs. Er kam mit allen ganz gut zurecht. Sie trafen sich häufig und feierten auch viele Feste zusammen. Es war eigentlich immer was los im Wald. Trotzdem fühlte er sich manchmal in dem ganzen Trubel so richtig allein. Er hatte so ein Gefühl, dass ihm irgendwas fehlte. Er wusste nur nicht genau, was das eigentlich war.

Der Fuchs war irgendwie immer so ganz gelassen und entspannt, den konnte wirklich nichts aus der Ruhe bringen. In seiner Nähe fühlte er sich selbst auch ruhiger. Er war nämlich manchmal ein bißchen zappelig. Das Eichhörnchen hatte viel Kraft, es konnte wirklich alles bauen. Aber manchmal meckerte es auch ganz schön viel. Da wurde er immer so unsicher. Der Igel dagegen, der war neugierig und traute sich fast alles. Der machte immer Experimente, der war sogar schon mal von einem hohen Felsen gekullert. Das beeindruckte ihn sehr. Die Amsel konnte fantastische Geschichten erzählen, aber manchmal da schwatzte sie ihm ein bißchen zu viel über andere Tiere.

Der kleine Bär wusste nicht warum er so fühlte. Manchmal wünschte er sich, er selbst wäre auch etwas mutiger, ganz so wie der Igel und so gelassen wie der Fuchs. Dann würde er sich auch nicht mehr so schnell aufregen. Der Gedanke machte ihn ein bißchen traurig.

Eines Tages las der kleine Bär in einem alten Buch einen Satz. Da stand: „Jedes Tier ist wertvoll, einfach so, weil es da ist!“ Hmmm? Er konnte nicht verstehen, was das heißen sollte. Wie, wertvoll? Einfach so?

Er ging zum Igel, der gerade kopfüber von einem Ast hing und fragte ihn: „Igel, bist Du wertvoll?“ “Hmm, machte der Igel, ich probiere gerade aus was passiert, wenn man sich die Welt auf den Kopf dreht. Dadurch verändert sich einfach alles. Zu deiner Frage, ja, ich finde, dass ich wertvoll bin. Ich muss jetzt aber weiter machen. Mach ’s gut. “

Der kleine Bär ging verwundert nach Hause und dachte weiter nach. „Wertvoll?“ Er selbst fühlte sich nicht wertvoll. „Aber wenn alle wertvoll sind, dann bin ich es doch auch“, so dachte er. Er konnte immer noch nicht so richtig etwas mit dem Gedanken anfangen.

Als er abends ins Bett ging dachte er beim Einschlafen nochmal darüber nach: „Was könnte das wohl bedeuten, ich bin wertvoll?“

Mit dieser Frage im Kopf schlief er ganz schnell ein.

Mitten in der Nacht passierte es dann. Er träumte. Er sah sich selbst im Traum und ganz tief in ihm drinnen, da war ein großer, strahlender Diamant. Wunderschön sah das aus und es fühlte sich auch toll an. Er fühlte sich auf einmal so stark und mutig. So, als würde er sich jetzt alles trauen. Er fühlte sich so verbunden mit sich selbst, irgendwie. So, als wäre jetzt alles an seinem Platz. Alles wäre auf einmal richtig. Und er hatte auf einmal Vertrauen, Vertrauen in sich selbst. Er fühlte sich ja geradezu so, als würde er von innen her leuchten.

Am nächsten Morgen wachte er auf und sofort fiel ihm sein Traum wieder ein. Da war doch ein Diamant gewesen, tief in ihm drin. Und das hatte sich so gut angefühlt. Er sprang aus dem Bett und lief zum Spiegel. Erst traute er sich kaum hin zu schauen, tat es dann aber doch.

Im Spiegel sah er erst mal nichts Ungewöhnliches. Er sah sich selbst. Aber irgendwie war er größer geworden, oder? Und er gefiel sich so gut. Schön sah er aus. Er betrachtete sich von allen Seiten und war sehr zufrieden mit sich. Irgendwie fühlte er sich so neu, so mit sich selbst zufrieden, was auch immer das jetzt heißen sollte. Das gleiche wunderschöne Gefühl aus dem Traum war immer noch da, wenn er sich selbst anschaute.

Er war gespannt, ob die anderen Tiere etwas von seinem Geheimnis bemerken würden. Das bedeutet also wertvoll, dachte er, drinnen in jedem Tier ist ein strahlender Diamant. Er hatte heute Nacht die Antwort auf seine Frage gefunden.

Als er am nächsten Tag den Fuchs traf, fragte er ihn: „Fuchs, fällt dir etwas an mir auf?“ „Du siehst irgendwie größer aus“, sagte der Fuchs, „bist du gewachsen?“ „Ich bin mir nicht sicher“, sagte der kleine Bär und ging schmunzelnd weiter. Der Fuchs hatte tatsächlich seine Veränderung bemerkt.

In den nächsten Tagen ging es ihm immer besser. Irgendwas veränderte sich da in ihm. Es fühlte sich so an, als würde er immer leichter werden. Als würde sich da tief in ihm drin etwas auflösen was lange dort gewesen war, aber gar nicht dorthin gehört hatte.

Als das Eichhörnchen eine Woche später wieder mal mit ihm meckerte, da sagte der kleine Bär einfach: „Warum bist du denn so ärgerlich? Was ist denn los? Du solltest deinen Ärger aber nicht an mir auslassen.“ Huch, er schlug sich erschrocken die Hand vor den Mund.

Er war jetzt selbst sehr erstaunt über seine Worte. Woher waren die gekommen? So hatte er doch früher nicht gesprochen. Irgendwas war anders. Und dann fiel es ihm wieder ein. Da war ja der Diamant in ihm drin. Der Diamant konnte wohl auch sprechen.

Das Eichhörnchen lief währenddessen wütend davon. Er nahm sich vor, bald nochmal mit ihm zu sprechen um zu erfahren, was eigentlich wirklich los war. Mit ihm hatte es auf jeden Fall nichts zu tun, da war er ganz sicher.

Seit der Diamant da war benahm er sich sowieso ganz anders. Er musste an den Igel denken. Der Igel schien das Geheimnis vom Diamanten zu kennen. Jetzt konnte er verstehen, warum der Igel immer so mutig war. Er selbst hatte jetzt mit dem Diamanten auch viel weniger Angst. Und der Fuchs wusste wohl auch von dem Diamanten, deshalb war er immer so entspannt. Das konnte er jetzt auch bei sich selbst beobachten, dass es immer ruhiger und friedlicher in ihm wurde. Er dachte, mit so einem Diamanten, da kann man auch mutig und entspannt sein. Was soll da schon noch passieren?

Neuerdings interessierte es ihn auch nicht mehr, was die Amsel so über andere Tiere redete. Er dachte sich: „Ich glaube, ihr geht es manchmal auch nicht so gut. Ob sie ihren Diamanten wohl schon gefunden hat?“ Vielleicht sollte ich sie bald mal danach fragen?

Er überlegte weiter, vielleicht war es sowieso gar nicht wichtig, was andere Tiere dachten. Es war nur wichtig, was er über sich selbst dachte. Merkwürdige Dinge passierten da mit ihm.

Als er sich selbst am nächsten Morgen im Spiegel betrachtete, da konnte er den Diamanten in sich drin wirklich sehen. Er strahlte quasi aus seiner Mitte heraus. Das war vielleicht ein Anblick. Und es fühlte sich jetzt so an, dass der Diamant zu ihm gehörte – ja, dass er selbst der Diamant war. Der Diamant und er selbst waren eins geworden. Plötzlich wurde ihm bewusst, genau das war ’s, das was ihm immer gefehlt hatte. Er hatte ihn wirklich gefunden, seinen eigenen Wert. Einfach so! Vor Freude hüpfte er durch die ganze Höhle.

In den folgenden Tagen musste er immer wieder an seine Eltern denken. Sie hatten ihm gar nichts von dem Geheimnis erzählt, von seinem Diamanten.

Warum eigentlich nicht? Er überlegte, es gab nur eine logische Erklärung. Sie kannten wohl selbst das Geheimnis vom Diamanten gar nicht. Vielleicht wussten sie selbst gar nicht, dass sie wertvoll waren.

Jetzt war alles klar. Er fasste einen kraftvollen Entschluss: „Ich werde jedem Tier erzählen, dass da ein Diamant in ihm steckt, dass es wertvoll ist. Viele Tiere wissen das wahrscheinlich gar nicht.“

„Was das alles verändern würde“, stellte er sich vor, „wenn jeder das wüsste?“ Alle Tiere könnten sich dann so wertvoll fühlen. Eigentlich, so überlegte er, könnte sich doch so die ganze Welt verändern.

Und so stapfte er los mit seinem großen Ziel, mitten im Winter, obwohl es Zeit war für den Winterschlaf. Er hatte keine Zeit zum schlafen. Er war ganz aufgeregt.

Er wollte zuallererst mit seinen Freunden über das Geheimnis sprechen. Auf dem Weg dorthin traf er die alte Eule. Er hatte selten mit ihr gesprochen. Er fand sie ein bisschen gruselig. Sie schaute ihn immer so an mit ihren riesigen Augen. Da hatte er sich immer so komisch gefühlt. Als könnte sie alles in ihm drin sehen und das wollte er nicht.

Das hatte sich jetzt ja alles verändert, da war ja der Diamant. Er selbst war der Diamant. Jetzt gab es nichts mehr zu verstecken. Er war gespannt, ob die Eule das auch sehen konnte. „Eule“, sprach er sie an, „ich muss dich dringend was fragen, hat dir schon mal jemand gesagt, dass da ein Diamant in dir drin steckt?“

 


Copyright © 2016 Tanja van de Rydt

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