Leiden „hat“ einen Sinn

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Auch mir passiert es immer wieder, dass ich „Leiden“ verteufele. Warum muss es der Person jetzt so schlecht gehen, heule ich herum? 😉

Obwohl ich es eigentlich besser weiß – von mir selbst und von anderen Menschen, privat oder beruflich…

Leid kann entstehen, wenn wir mit Neuem konfrontiert sind, aber das Alte noch nicht loslassen können, Veränderungen, die uns erst mal nicht gefallen. Alles soll besser so bleiben, wie es ist. Bekanntes Leid ist manchmal auch halbes Leid, so denken wir zumindest. Oder im Umgang mit Krankheiten, die uns vor eine große Herausforderung stellen, die uns selbst oder gar unsere Kinder betreffen. Und mit Verlusten, die uns Schmerzen bereiten.

Alles Situationen, die wir nicht wollen. Die aber, das ist unumgänglich, zum Leben dazu gehören.

 

Im „Leid“ spüren wir den Ort, der noch befreit werden muss! Eine riesige Chance für Wachstum!

Was können wir tun? Zuallererst müssen wir aufhören, dagegen zu kämpfen. Gegen die Realität.

 

Ja spinnst Du denn? Das auch noch akzeptieren?

 

Hört sich irre an, ist aber der einzige Weg. Das ist ein Prozess, der auch nicht von heute auf morgen geschieht. Aber es ist der einzige Weg, sein Leben in Zukunft entspannt weiter zu leben. Die Gefühle da sein zu lassen, die Trauer zu zu lassen. Bis es eben gut ist. Nicht verdrängen, sondern wirklich zu fühlen. Den Verlust. Die Angst vor der Veränderung. Die Angst vor der Krankheit, den Konsequenzen.

 

Mein Vater sagt immer: “ Nix is so schlecht, das es nit für ebbes gut is!!!“ 

 

Und dann können wir spüren, wie es immer wieder ein Stückchen leichter wird… Wir akzeptieren langsam die Situation. Und das ist auch das Einzige, was wir tun können. Scheiß Akzeptanz. Denn die Situation ist ja da. Sie zu verleugnen hat also wenig Sinn. Es liegt aber in unserem Naturell, dies doch immer wieder zu versuchen.

Nach durchgestandenen Krisen können wir bemerken, dass wir uns stärker fühlen. Manchmal auch so stark, dass uns „niemand mehr was anhaben“ kann. Wir haben es überstanden und deshalb ist es jetzt egal, was noch kommt. Wir sind Survivor, Überlebende. Wir können alles schaffen…

Und wir haben uns uns selbst, unseren Gefühlen und Ängsten gestellt. Und das ist schließlich das Thema, um das es im Leben geht. Dadurch immer freier zu werden. Und das ist ein Prozess, der nicht aufzuhalten ist. Wenn wir ein Thema des Lebens nach dem anderen angehen. Mit oder ohne Begleitung.

Ja, es fühlt sich nicht gut an. Es fühlt sich sogar manchmal ganz schrecklich an. Aber blöder ist ja eigentlich die Vorstellung, dass dieses negative Gefühl ein Leben lang innerlich bei mir bleibt und mich beeinträchtigt. Für mich fühlt sich der Gedanke besser an, das ich mich von angestauten Gefühlen und Gedanken befreien kann. Um entspannt und glücklich, zufrieden mit mir selbst zu leben und mich dem zu stellen, was kommt.

Das ist kein kurzer Weg, den ich hier beschreibe. Mein eigener Weg zu mehr Authentizität und Lebensfreude dauert einerseits bereits mein ganzes Leben, und das sind mittlerweile auch schon 36 Jahre. Sehr intensiv beschäftige ich mich aber seit 5 Jahren mit „meinen Themen“. Und was in dieser Zeit alles passiert ist, kann ich gar nicht beschreiben. Vom Gefängnis zur Freiheit, immer mehr.

Demnach ist „Leiden“ immer ein Weg in die Freiheit…

Therapeuten, Coaches und Berater reden nicht gern über ihren eigenen Weg. Da ist man gern still. Natürlich soll alles professionell sein, aber ich kann nicht gut „aufräumen helfen“, wenn ich mich selbst nicht „aufgeräumt“ habe, es vielleicht gar nicht kann, oder nur theoretisch. Das ist unmöglich. Ich kann Klienten nur das anbieten, was ich bereits selbst an mir erfahren habe. Je weiter ich gegangen bin, umso weiter können Klienten mit mir gehen.

Also gehe ich immer weiter 😉

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende,

Tanja.

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